Mit Susi haben wir im Reisen mit ökologischer und gesellschaftlicher Verantwortung eine Gleichgesinnte gefunden. 

Auf ihrem sehenswerten Blog Black Dots White Spots erzählt Susi von ihrer Vorliebe für Individualreisen mit Stil und Roadtrips. In Zeiten von Corona und der Entziehung des Selbstverständnisses für das Reisen hat Susi wertvolle Erkenntnisse gewonnen und niedergeschrieben. Sie spricht uns aus der Seele indem sie sagt:

Wir können nicht so weitermachen wie bisher.

In den letzten Wochen habe ich viel darüber nachgedacht, wie wir in Zukunft reisen werden. Kein Wunder: Noch nie in der jüngeren Geschichte wurden Reisen und Mobilität so stark eingeschränkt wie aktuell durch die Pandemie. Offensichtlich hatte ich  das Reisen zu lange für zu selbstverständlich genommen.

Und ich bin mir sicher, hier sehen sich einige von euch wieder. Geplatzte Reisepläne. Was mache ich nun mit meinem Sabbatical? Wohin dürfen wir mit unserem Bus noch fahren während der geplanten Elternzeit? Diese öder ähnliche Vorhaben haben sich oft einfach in der Luft der Pandemie aufgelöst.

Susi beschäftigt aber nicht nur die Frage nach dem wann kann ich wieder reisen, sondern vor allem: Wie könnten die ersten Reisen nach Corona (bzw. mit Corona) aussehen? Wie wird sich das Reisen in Zukunft verändern? Wird es sich überhaupt verändern? Gemeinsam hoffen wir auf ein starkes JA!

DENN WIR SOLLTEN, KÖNNEN NICHT SO WEITERMACHEN WIE BISHER.

Tourismus muss nachhaltiger werden. Das denke ich im Übrigen auch nicht erst seit Corona, gerade als Reisebloggerin beschäftigt mich das Thema schon länger. Es scheint, als hätten wir als menschliche Individuen die Verbindung zur Natur und zu unserem Planeten verloren.

VERSTEHT MICH NICHT FALSCH: GAR NICHT MEHR REISEN IST AUCH KEINE LÖSUNG!

Und hier spricht uns Susi aus der Seele wenn sie sagt: Ich möchte mich frei fühlen, lebendig, ganz im Augenblick. Ich möchte staunen, Neues erfahren, Menschen kennenlernen, mir meinen Horizont weiter aufstemmen lassen, auch wenn es oft anstrengend ist. Ich möchte die Wellen des Ozeans heranrauschen hören, den Klang einer fremden Sprache um mich herum, ich möchte wieder fremde Gewürze auf der Zunge schmecken, den Sonnenuntergang über den Bergen sehen.

Doch all das ist aktuell (und wer weiß, wie lange noch) nur im begrenzten Rahmen oder gar nicht möglich. Also warum die Zeit nicht nutzen und uns allen die Frage stellen, wie wir in Zukunft ethischer Reisen können. Susi hat sich hierzu ein paar Gedanken gemacht.

THINK SMALLER!

Statt um die halbe Welt zu jetten und spontane Easyjet-Städte-Kurztrips übers Wochenende zu veranstalten (das mochte ich eh nie so wirklich) werden wir uns wieder über die kleinen Dinge freuen: Schwimmen im See, ‚Waldbaden‘, ein Sonnenaufgang nach einer Nacht im Camper, die Einkehr auf eine Almhütte nach einer Wanderung, lokale Spezialitäten genießen. Gerade in der Einfachheit werden wir das Besondere finden.

LASST UNS LOKALER REISEN.

Indem wir künftig lokaler reisen, werden wir wieder lernen, dass wir nicht immer in die Ferne schweifen müssen, um besondere Momente zu erleben, sondern dass wir das auch in unserer näheren Umgebung in Deutschland und Europa haben können. Wir werden lernen, unsere Heimat mit den Augen eines Reisenden zu sehen und wieder neu zu entdecken.

Lasst uns Corona stattdessen als Chance nehmen, den lokalen und regionalen Tourismus zu unterstützen. Das beinhaltet für mich auch eine kürzere, nachhaltigere Anreise, weniger Emissionen, die bewusste Unterstützung kleiner lokaler Unternehmen.

Im nächsten Abschnitt spricht Susi über die Zukunft des Slow Travellings und erachtet diese als relevanter denn je zuvor.

LANGSAMER & ACHTSAMER

Ich hoffe, dass das Reisen der Zukunft ein bewussteres Reisen sein wird. Der vor einigen Jahren ausgerufene Trend des „Slow Travel“ wird künftig aktueller denn je. Warum nicht einfach Freunde und Familie besuchen, die in ganz Deutschland verstreut sind? Mit dem Zug oder Auto verreisen anstatt zu fliegen? Langsame Überlandreisen in Deutschland oder ins angrenzende Ausland planen, so wir früher, als es noch keine Flüge gab? Insbesondere Reisen in die Natur, Wandern und mit dem Camper unterwegs sein verspricht Freiheit.

VW-Bus an einem See mit Sonnenuntergang
Danke an Kevin Schmid für diesen schönen Snap Shot

Damit Reisen in Zukunft nachhaltiger und bewusster werden kann, braucht es nicht nur ein neues Bewusstsein unter Reisenden. Auch Destinationen, Reiseanbieter und andere Tourismusunternehmen müssen neue Angebote entwickeln und damit zusammenhängend auch ihr Marketing umstellen.

Visionen allein reichen jedoch nicht, es müssen im nächsten Schritt konkrete neue Produkte und Angebote entwickelt werden (die wir als Verbraucher*innen dann auch wirklich nutzen!). Dies könnten z.B. Reiseangebote sein, bei denen Begegnungen und Erlebnisse mit Einheimischen und die Unterstützung kleiner, lokaler Unternehmen im Vordergrund stehen (Stichworte Immersion, Resonanzerlebnisse, Neues lernen), aber auch der Schutz und Erhalt der Umwelt.

Und die Corona-Krise schafft uns die Zeit darüber nachzudenken und alternativere Formen des Reisens zu entdecken. Die Krise ist also gleichzeitig eine Chance und wir von Slowww.me rufen gemeinsam mit Susi auf:

LASST SIE UNS GEMEINSAM NUTZEN!

Oder was denkst du dazu? Teile gerne deine Ansichten mit uns hier direkt unten in der Kommentarleiste.